A Fancy Compagnye

O Rosa Mystica

Die Rosenkranz-Mysterien in Musik aus Mittelalter und Renaissance

Schon 1479 empfiehlt Papst Sixtus IV in einer Bulle das tägliche Beten des Rosenkranzes gegen die Bedrohung der Andersgläubigen im Osten und Süden. 1571 siegt dann die katholische Flotte unter dem spanischen Habsburger Juan de Austria bei der Schlacht von Lepanto gegen die Türken, was einem Rosenkranz-„Gebetssturm“ zugerechnet wird. Papst Gregor XIII führt daraufhin 1573 das Rosenkranzfest in den liturgischen Kalender ein.

Dass die Berührungen mit Fremdem auch Ängste in christlichen Komponisten auslösten, zeigt die hohe Anzahl an Kompositionen, die der heiligen Gottesmutter Maria gewidmet sind. Passend zur Entstehungszeit und Geschichte des Rosenkranzfests präsentiert das Ensemble A Fancy Compagnye eine Auswahl dieser Stücke (aus Spanien, England, Italien, Frankreich im Mittelalter und der Renaissance) als musikalischen Rosenkranz.

Der Kranz aus Rosen symbolisiert die Gottesmutter und Jungfrau Maria und lässt diese durch meditative Wiederholung des Ave Maria (musikalisch in Guerreros Ave Virgo und im Ave, Virgo, gratia plena, sowie Ay, Santa Maria des Cancionero del Palaco) anbeten.

Drei Geheimnisse des Rosenkranzes (der glorreiche – gloriae mysteria, der schmerzreiche – doloris mysteria und der freudenreiche – gaudii mysteria) werden durch jeweils 5 Kompositionen, den 5 Rosenkranz-Dekaden entsprechend, musikalisch betrachtet.

Dabei wird das jeweilige Mysterium und dessen Affekt durch Musik ausgedrückt (die sieben Schmerzen Marias durch Dowlands Seven Tears („sieben Tränen“) und Deprez´Stabat Mater, die Freuden in Ockeghems Gaude Maria und Holbornes Galliarden).

Nach jedem Geheimnis folgt zur Marien-Betrachtung eine mittelalterliche Marienverehrung und ein unterschiedlich vertontes Pater noster (als einstimmiger Choral, Quartett, Quintett).

So wird das Publikum zu einem besonderen und berührenden musikalischen Abend im Rhythmus eines Rosenkranzes eingeladen.

Die wertvollen Renaissance-Consort-Instrumente unseres Ensembles (Kopien der Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien) und ihr besonderer Klang tragen bei unseren Konzerten wesentlich zur Faszination der wunderbaren Renaissance-und Mittelalter-Musik bei.

Dabei sorgen über 20 verschiedene Renaissance-Blockflöten in hohen und tiefen Lagen und verschiedenste Besetzungen (solistisch, als Trio, Quartett und Quintett) für Spannung und Abwechslung.